Wir war'n dann kurz mal weg ..... 
  

Unsere kleine "Auszeit" vom Alltag, weil wir uns so was von "reif für die Insel" fühlten, führte uns kurzentschlossen vom 4. Mai bis 15. Mai 2010 nach Kenia, genauer gesagt nach Kilifi ins Hotel Baobab Sea Lodge. Unsere beiden Süßen waren supergut versorgt durch liebe Freunde, die unsere Lieblinge in ihrer gewohnten Umgebung "betüddelt" haben. Eine kleine Bedienungsanleitung haben wir Wally und Stani selbstverständlich gegeben, damit alles gut geht.
Hallo Wally und Stani,
hier sind noch die letzten „Bedienungsanleitungen“ für die böse Katze. 
Maxi bekommt morgens und nachmittags/früh abends Futter. Wir geben ihr jeweils eine Dose in 2 Portionen, da die Gutste leider ab und zu spuckt.
Trockenfutter für beide ist in den großen Dosen im Esszimmer auf dem kl. Schrank. Davon bekommt Maxi (Katzendose) immer etwas in den Napf, der auf der Eckbank steht.
Wasser trinkt sie entweder am Teich oder aus Nalas Napf in der Küche.
Maxi: morgens Huhn / Rind abwechselnd
abends Lachs / Thunfisch abwechselnd
Wie die zwei Strategen ihre Leckerlis haben möchten, sagen sie Euch selbst.
Falls irgendwelche Probleme mit den Vierbeinern auftauchen sollten, unsere Nachbarin kennt beide Pappenheimer und hilft mit Sicherheit gern.
Nun wünschen wir Euch einen stressfreien „Urlaub“ und viel Spaß beim Katze an der Leine spazieren führen, Fische bekuscheln, Hund gießen und Blumen füttern …
Wir melden uns, sobald wir können from Kenya!!! 
  
So konnten wir uns gut gerüstet, mit den nötigen Impfungen versehn, mit Badezeug, Schnorchel, Flossen und Brille bewaffnet, ins Abenteuer Afrika stürzen. Die Anreise ist ja ziemlich lang und beschwerlich, aber der bevorstehende Urlaub entschädigt dafür. David war das erste Mal in Afrika, und ich war mir nicht so sicher, ob er meine Leidenschaft für dieses Land teilen würde. Einige meiner früheren Reisen führten mich schon auf den schwarzen Kontinent, wie z. B. schon einmal nach Kenia vor 14 Jahren, als mich dieser "Virus" infiziert hat. Danach habe ich Namibia, Südafrika und Botswana kennengelernt. Einen kurzen Abstecher gab es auch nach Zambia und Zimbabwe, um die herrlichen Victoria-Falls zu sehen ....
In Mombasa angekommen, hatte ich da schon ziemlich arge Bedenken, als ich Davids Gesichtsausdruck sah auf dem Weg vom Flughafen nach Kilifi. Mombasa erscheint einem wie ein riesiger dreckiger Moloch, einem Gewusel aus Autos, Menschen, Tieren und Gestank. In der riesigen Stadt gibt es eine einzige Ampe l!?! Sie war rot. Ansonsten gibts viele, viele Kreisverkehre mit jeweils einem Polizisten drauf, der nur verständnislos guckt, aber nichts regelt.
Aber egal, wir hatten ja URLAUB!!! Mit uns reiste ein Pärchen an und so stellten wir fest, dass wir VIER das ganze Hotel für uns alleine hatten. Schnell lernten wir das Personal im Baobab (Affenbrotbaum) kennen. Die Verständigung erfolgte in Englisch, Suaheli und mit Händen und Füßen. Aber: Hakuna Matata! Kein Problem! Begrüßt wurden wir mit Karibu und das Hallo in Kenia begleitete uns von morgens bis nachts. Jambo! Die Sprache an der ostafrikanischen Küste ist Suaheli, was wir schnell erfuhren, denn unsere Bestellung zum Frühstück wurde von Milimu oder Victor später nur noch in Suaheli angenommen, also mussten wir lernen, was uns allerdings auch viel Spaß machte und uns sicher nicht geschadet hat - schon allein im Umgang mit den Einheimischen. Natürlich gab es kleine Missverständnisse, wie z. B. in der Art, dass, wenn einer etwas bestellte, alle anderen das auch bekamen, obwohl sie etwas ganz anderes haben wollten und auch bestellt hatten. So ist es uns aber nie langweilig geworden, wir hatten immer viel zu lachen und uns zu erzählen.
An unserem Ankunftstag begrüßte uns auch gleich unser Animateur und Sportzuständiger, der Omar. Ein junger Mann von 25 Jahren, der offensichtlich viel Freude an seiner Arbeit hat und offen auf Menschen zugeht. Wir haben ihn in unserer Zeit dort näher kennengelernt und sehr liebgewonnen. Die Begrüßungsmusik ließ mich dort gleich wieder heimisch fühlen. Ich war begeistert, meine geliebte CD, die in Deutschland in meinem Wohnzimmer im Regal steht, dort als erstes zu hören. So habe ich auch nicht stillsitzen können auf meinem Stuhl und musste leise mitsingen. Omar freute sich, dass ich offensichtlich davon angetan war und fragte, ob wir gern afrikanische Musik hören. Na ja ..... jedenfalls sind wir ein paar Tage später zusammen im Kilifi Club beim Konzert der Bango Sounds Band gewesen und haben uns sehr wohlgefühlt, getanzt und es uns so richtig gut gehn lassen. Omar kann es sich bei einem Tagesverdienst von umgerech net 1,50 € nicht leisten, oft auszugehn. Da wir ihn eingeladen haben, konnte er den Abend aber ganz unbeschwert genießen.
Auch die anderen Angestellten des Hotels waren uns gern behilflich, unsere Ferien so schön wie möglich zu gestalten und haben uns viel Freude gemacht. Michael hat unser Zimme r oft mit frischen Hibiskusblüten oder einem Schriftzug aus Blättern liebevoll geschmückt, obwohl wir ihn mit unserer stets defekten Klimaanlage sicherlich fast zur Verzweiflung gebracht haben. Fred war mit uns im Tuktuk in Kilifi, weil wir ein paar Andenken kaufen wollten. Wir waren zur Regenzeit in Kenia und so wurden wir oft mit Regenschirm zu unserem Bungalow begleitet oder uns wurde "heimgeleuchtet" mit Taschenlampe. Und der bloße Hinweis, dass wir noch gar nichts mit Kokosnuss bekommen hätten, führte dazu, dass wir Kadenge, das kleine Äffchen, schnurstracks auf die Palme brachten, um das zu ändern.
Etwas enttäuscht waren wir darüber, dass solch leckere Sachen, wie Lobster, King Prawns, Krabs oder Sea-Fish gegen Bezahlung angeboten wurden, wir aber trotz Bestellung nicht in den Genuss kamen. So haben unsere zwei Mitreisenden das selbst in die Hand genommen, 3 kg King Prawns gekauft und Milimu, der Restaurant-Chef hat sie für uns auf dem Grill zubereitet. Na, geht doch ......
Mittlerweile hatten wir auch "Zuwachs" bekommen, ein Paar aus der Schweiz. So waren wir nun zu sechst bis zum Schluss unseres Urlaubs. Milimu und Victor haben von nun an unseren Vierertisch im Restaurant erweitert und den Tisch öfter an den Pool oder mit Meerblick im Freien gedeckt. Welch ein Service und schönes Erlebnis. Da man ja in Afrika erfinderisch ist und sich in jeder Lebenslage zu helfen weiß, wurden die Tischdecken - wegen des Windes - kurzerhand festgenagelt.
 
Ohne Safari - was Reise heißt - geht gar nichts, und so haben wir Omar angespitzt, etwas für uns zu organisieren, was dann auch hervorragend geklappt hat.
Also sind wir morgens um 04:00 Uhr losgefahren nach Mombasa in Richtung Nairobi über den Highway und gegen 08:30 Uhr angekommen im Tsavo-East-National-Park.
Von den roten Elefanten hatten wir schon gehört ..... Wir waren gespannt, was uns erwartet. Davids allererste Safari ..... Wir hofften beide auf ganz viele spektakuläre Tiere.
Wie die folgenden Fotos zeigen, sind wir keineswegs enttäuscht worden. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, die Tiere, die hier leben, in freier Wildbahn sehen und beobachten zu können.
Impalas scheinen gern fotografiert zu werden. Sie sind allerdings auch sehr grazile, schöne Tiere, die es immer wieder Wert sind, angeschaut und auf einem Bild festgehalten zu werden.
Die "roten" Elefanten hatten wir schon mit Spannung erwartet und immer Ausschau nach den Riesen gehalten.
Durch die rote Erde im Tsavo Nationalpark haben sie die Farbe. Auch die Baumstämme sind rot gefärbt, da sich die Dickhäuter gern daran schubbeln.
Eigentlich haben alle Tiere dort so einen kleinen roten Schimmer.
Ebenso beeindruckend wie die Tiere in ihrer Vielfalt, sind auch die Landschaft und die Natur.
Das Zusammenspiel der Farben und der Kontrast der roten Erde, das Grün und der endlose blaue Himmel im Tsavo haben mich fasziniert. Und ich glaube, nicht nur mich ....
Mal ist der Himmel endlos blau, mal mit Wolken ... wie kann man da glauben, es gibt keinen Himmel über Afrika? Er ist immer wieder faszinierend, ob am Tag oder in der Nacht. 
Interessant sind auch nicht nur die großen Tiere oder die "Big Five", die "Großen Fünf", die in Afrika auf fast jeder Postkarte, jedem T-Shirt usw. zu sehen sind. Die Jäger- und Safariträume drehen sich dabei um den afrikanischen Elefanten, das Nashorn, den afrikanischen Büffel, den Löwen und den Leoparden, wobei es im Tsavo nur vier davon gibt, denn hier gibt es keine Nashörner.
Diesen wunderschönen Lionman hat David entdeckt, und keiner hat ihm geglaubt, dass er einen Löwen gesehn hat. Man muss nur auch mal zurückschaun .... wenn es an der Zeit ist .... :-)
Aber auch die kleineren Tiere haben durchaus ihren Reiz, wie zum Beispiel das Dik Dik, eine kleine, zierliche und sehr scheue Antilope. Ihre Widerristhöhe beträgt nur 35 - 40 cm und sie wiegt nur etwa 2,7 bis 3,6 kg. Mein Eindruck über diese liebenswerten Geschöpfe hat sich wieder einmal bestätigt:
Ein Dik Dik ist dünn dünn und klein klein und selten allein.
In diesem Fall war es auch nicht allein, allerdings war seine Partnerin, die ein Stückchen von ihm entfernt stand, so schockiert von unserem Anblick, dass sie wie angewurzelt in einer Stellung stehenblieb, dass man dachte, das arme Tier macht sich ja in die Hose.
Weiter lief uns noch dieser Strauß über den Weg. Auch er war nicht allein, seine Frau war ganz in der Nähe, nur leider drehte sie uns ihren Rücken zu.
Giraffen zu beobachten macht riesigen Spaß. Sie sind unglaublich neugierig. Wahrscheinlich denken sie das gleiche wie wir.
Es ist schon faszinierend, wie geschickt sie aus den Akazien die zarten Blätter zwischen den Dornen herauszupfen. Natürlich beeindruckt auch ihre imposante Größe. Doch das Schönste an Giraffen, so empfinde zumindest ich, sind ihre schönen, warmen braunen Augen und die langen Wimpern.
Es gab noch eine Menge mehr zu sehen auf unserer 1-Tages-Safari. Aber es wäre sicher langweilig, hier über jedes einzelne Tier zu berichten.
Zum Mittagessen waren wir im "Lion Hill", einem schönen Hotel auf einem Berg. Wir hatten sehr klare Sicht und konnten beim Essen über den Tsavo-Ost-Nationalpark blicken. Weiter unten drehten ein paar Marabus ihre Runden, um dann auf einem Baum zu landen. Voller neuer Eindrücke sind wir zurückgefahren und haben dabei auch mal ein Auge zugemacht, denn wir sind schon um halb vier Uhr morgens aufgestanden ....
  
Zurück im Hotel, wurden wir schon mit Spannung erwartet. Und David hat sehr stolz erzählt, dass er einen Löwen entdeckt hat. Wir hatten wirklich Glück, denn auf einer so kurzen Safari sieht man nicht immer so viele Tiere.
Für den Rest unseres Urlaubs haben wir uns dem Relaxen gewidmet. Ab und zu ein Bad im Pool oder Indischen Ozean, um bei 37 ° C im 29 ° warmen Wasser ein bisschen abzukühlen. Auch mal Schnorcheln, obwohl wir dafür nicht die richtige Jahreszeit erwischt haben, so dass es sehr wenig zu sehen gab. Aber das ist ja ein Grund, nochmal wiederzukommen und dann den Watamu-Marine-Nationalpark anzusehn, wo es schöne Korallen, viele Fische, Delfine und sogar Walhaie geben soll.
Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis hatte ich mit einem wesentlich kleineren Tier. Meine Aufmerksamkeit haben immer die kleinen Geckos, die ich sehr mag. So saß an einem Nachmittag ein winziger Gecko von etwa 3 cm Länge an der Bar auf der Theke und marschierte daran entlang. Ich hab ihn mir genau angesehn und er kam rübergehüpft auf den Hocker, wobei er über die Armlehne stiefelte und dann an der Rückenlehne sitzenblieb und mich darüber hinweg anschaute. Mutig .... legte ich meinen Zeigefinger auf die Lehne. Es ist unglaublich, aber der kleine Kerl lief über meinen Finger den ganzen Arm hinauf und blieb auf meiner Schulter sitzen. Ich stand vor Faszinierung wie angewurzelt fest und bewegte mich erst wieder, als der Kleine von meiner Schulter auf den Boden hüpfte.
An unserem letzten Abend haben uns Milimu und seine Crew eine Freude bereitet. Sie haben für uns 6 Personen draußen gegrillt und ein Buffet aufgebaut. Es war mit sehr viel Mühe zurechtgemacht und wir waren alle gerührt. So fiel uns der Abschied auch nicht so leicht. Omar kam auch extra, um sich zu verabschieden. Noch ein letztes "lala salama" (gute Nacht), Koffer packen und Schlafen unterm Moskitonetz.
An unserem Abreisetag wurden wir um 06:45 Uhr abgeholt und da stand Milimu vorne am Gate und winkte uns zum Abschied.
  
Kwaheri Kenya - wir kommen wieder .....


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