Aus Steinen werden Stufen
von Annegret Kronenberg
Auf jedem deiner Wege wirst du Steine finden.
Du kannst sie umgehen, überspringen oder darüber stolpern.
Du kannst aus ihnen aber auch Stufen bauen, Stufen, die dich weitertragen.

Juni 2010
Hallihallooooooooo, Ihr Lieben,
wir schämen uns schon ganz doll, denn nun wird es aber mal wieder allerhöchste Katzen- und Hundeeisenbahn, dass wir, die Maxi und die Nala,
eine neue Mau- und Waumeldung von uns zu Euch auf den Weg bringen. Es ist schon lange her, dass Nala und ich eine Pfötchenpost verfasst haben .... das war so um die Osterhasenzeit.
Nun ist wieder katzentatzentoll viel passiert bei uns und in unserer Umgebung.
Nachdem David - wie er immer sagt - seinen "Dachschaden" hatte, haben wir ja alle pfötchenringend gehofft, dass nun endlich mal Ruhe einkehrt und die Zeiten besser werden. Es kommt ja sowieso immer anders als man ... frau ... katze ... hund ... denkt.
Unsere beiden haben sich ziemlich engagiert für Freunde, die Probleme hatten. So hatte ich öfter di e ganze Verantwortung und unser Zuhause allein und konnte mir oft meine Katzengedanken über alles machen.
Nala war manchmal bei mir, manchmal aber auch mit den Dosis unterwegs. Meine Olli hatte mittlerweile wieder Kontakt zu ihrem Papa, wie wir schon berichtet haben. Da das aber nur von meiner Zweibeinerin ausging, war sie nicht glücklich darüber. Auch mit ihrem Bruder, der weit weg wohnt, irgendwo dahinten in Südfrankreich, hatte sie ein wenig Kontakt. Na ja, was soll ich groß miauen ... Meine Olli sagt auch immer: "Alles wird anders, aber besser wird es nicht." So ist es wohl.
Auf jeden Fall waren David und Angelika reif für die Insel und so haben sie sich ganz kurzentschlossen eine Auszeit von allem genommen (wie Ihr lesen könnt unter "Jambo Kenia"). Die beiden haben natürlich dafür gesorgt, dass Nala und ich gut versorgt waren in der Zeit. Wally und Stani, die wir schon kannten, haben bei uns gewohnt und uns ganz doll betüddelt und verwöhnt. Ich bin ja ein bisschen vorsichtig, wenn es um andere Menschen geht, als meine eigenen. Aber nach zwei Tagen hab ich es dann doch vor Neugier nicht mehr ausgehalten und hab die Wally mal genauer beschnüffelt und ein bisschen bekuschelt und betatzt. War auch ganz vorsichtig ohne meine Krallen. Wally ist sehr lieb zu uns gewesen und Stani hat dauernd mit Nalli rumgetobt, dass die Fetzen flogen. Nala ist ja ohnehin total verknallt in die beiden. Aber das ist auch völlig katzenokay. An einem Tag hat Wally auf der Terrasse eine kleine Siesta gemacht mit einem leckeren Cappuccino. Sie ist dann - was ich ja gut nachvollziehn kann - eingeschlummert. Als sie wieder aufwachte, schlabberte jemand an ihrem Cappuccino. Na ja, Nala ist halt so, sie mag alles, was nur irgendwie ess- oder trinkbar ist. Versteh einer die Hunde!???!
Unsere beiden haben angerufen aus Afrika und gefragt, ob es uns und unseren Pflegeeltern auch gut geht. Nala hatte Sehnsucht, sie hat nur in Angelikas Bett ganz allein geschlafen. Ich hab mich nicht vertreiben lassen von meinem Kuschelbett im Flur. Aber jetzt bin ich lieber wieder bei meinen Süßen im Schlafzimmer auf meinem kuscheligen Schaukelstuhl. Als unsere Dosis dann wieder da waren, waren wir natürlich alle ganz aus der Hundehütte und haben uns doll gefreut, dass wir uns alle wiederhatten.
Bloß am Morgen nach ihrer Rückkehr aus Kenia gab es eine ganz, ganz schlimme Nachricht. Meine Olli erfuhr, dass das Haus des lieben Onkels total abgebrannt ist in der Nacht vor ihrer Heimkehr. Die Tante war ja gerade erst vor einem halben Jahr gestorben und nun auch der Onkel und das auf so grausame Weise. Das hat meine beiden sehr hart getroffen. Keine Katzenfrage, wie es den Kindern und allen, die ihn kannten und mochten, geht. Die kleine Sunny, die Hündin, die er erst im Dezember aus dem Tierheim zu sich geholt hatte, konnte sich im Garten verstecken und ist jetzt bei lieben Menschen, die auch viele Tiere haben, gut untergekommen. Jetzt soll aber endlich ein bisschen mehr Ruhe und Frieden einkehren bei uns, das wünschen wir uns alle sehr. Es ist schön, dass nun wenigstens die Sonne wieder mal scheint und es nicht mehr so katzenkalt ist. So gibt's ne Menge zu erledigen für uns und die Zweibeiner. Also von Langeweile keine Spur.
Mit ihrem Omar aus Kenia haben unsere beiden weiterhin Kontakt. Der Arme hat jetzt keine Arbeit, da keine Gäste im Hotel sind. Ein Päckchen zu ihm ist schon lange unterwegs. Den Deutschkurs, den er sich so wünscht, um beruflich etwas weiterzukommen, hat die Olli bestellt, aber sie sagt - wie auch David -, dass er erst abgeschickt wird, wenn das erste Päckchen dort angekommen ist. Auch zu Milimu ist ein Päckchen unterwegs für ihn, seine Frau und ihre sieben Kinder. Milimu hat sich extra eine E-Mail-Adresse zugelegt, damit der Kontakt nicht verlorgengeht. Die Dosis haben erzählt, dass sie viel Armut gesehen haben in ihrer kurzen Zeit in Kenia, z. B. in Mombasa, wo Menschen auf den Bürgersteigen schlafen. Oder unterwegs am Straßenrand sich ein Mann in einer Wasserpfütze gewaschen hat. Und wie in Gelis Reisebericht schon steht, ist der Verdienst dort sehr gering, wenn man/frau überhaupt Arbeit hat.

So, Ihr Lieben, das waren erstmal die neuesten Mau- und Waumeldungen von uns und unseren Zweibeinern. Wir wünschen Euch und uns schöne, sonnige Tage und viel Freude sowie gaaaaaaaaaanz dolle viel Gesundheit!!! Bis zur nächsten Pfötchenpost schicken wir Euch liebe schnurrige und wuffige Grüße
Eure    und Eure ala mit ihren Dosenöffnern Angelika & David
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